Vorträge

Eros, Liebe und Sexualität

von John Pierrakos
aus teachings des Jahres 1996 zusammengestellt und frei übersetzt von Bernhard Fischer

Ich spreche nun von den 3 großen Kräften im Universum.
Diese 3 Kräfte sind immer vorhanden, sie umgeben uns, so wie die Jetstreams (Luftströme) die Erde permanent umkreisen. Es sind die Kräfte Eros, Liebe und Sexualität.
Nicht das Ego erschafft diese Energien oder Gefühle, sondern diese Gefühle sind da, wenn du offen bist. Dann bist du verbunden mit diesen Strömen und dann erfährst du höchste Lust und Glück.
Nicht das Ego fühlt diese Gefühle, es ist etwas Größeres.
Diese Gefühle blocken wir nun ab, wir stoppen sie. Das tun wir, weil wir uns davor fürchten, Lust zu empfinden. Denn wir alle haben als Kinder wiederholt die Erfahrung gemacht, dass wir mit diesen Gefühlen, mit dem freien Ausdruck unserer Lust auf Ablehnung oder Bestrafung gestoßen sind. Daraus entstanden große emotionale Schmerzen. Um die Schmerzen zu vermeiden, haben wir gelernt, unsere Lust zu vermeiden.
Das Kind sagt sich, ich will es nicht haben; egal, was es ist, ich will es nicht. So entwickelten wir Blocks. Diese Blocks verursachen aber wiederum Schmerzen, weil sich die Energie, diese starken Ströme nicht ohne Folgen blockieren lassen. Und so ist der Schmerz unser ständiger Begleiter und die Lust ist so flüchtig …

Gott gab uns ein Geschenk. Dieses Geschenk ist diese Energie, die überall um uns herum strömt, diese Energie ist:

Eros!

Wir kennen diese Energie, wir kennen sie aus einem anderen Leben. Immer, wenn wir aufblühen, uns glücklich fühlen, uns wundern, wenn ein „Aahh“- Gefühl durch unsere Brust strömt und uns öffnet, das ist eine Energie, die wir bereits kennen.
Also, ihr kommt auf diese Erde mit all ihren Leidenschaften, die schweben über euch, und ihr geht euern Weg auf die eine oder andere Weise und dann, vielleicht, sieht ein Mann eine schöne Frau und – bssssss - , geht es direkt durch den Körper. Oder eine Frau trifft einen Mann, oder ihr geht in den Wald und fühlt die Schönheit, die da ist, oder die Wasserfälle, oder den Himmel; die Verbindung mit dem Universum.
Aber die wichtigste und konzentrierteste Verbindung ist die zwischen Mann und Frau. Sie (Mann und Frau) haben all die großen Qualitäten des Lebens. Und du in deinem Herzen und ich in meinem Herzen, wir wollen uns vereinigen, wir wollen die Vereinigung unseres Wesens vollenden. Und ihr sehnt euch danach, euch zu vereinigen.

So, das ist die Kraft des Eros und Eros hat eine ungeheuere, momentane Einwirkung und strömt durch den Körper und vibriert den Körper und sofort fühlt ihr eine neue Realität. Ihr habt das Gefühl, ihr könnt alles tun durch den Impuls dieser Liebesenergie.
Unglücklicherweise dauert diese gewaltige Kraft nicht an. Es braucht den Willen der Persönlichkeit, damit sie bestehen bleibt. Die Persönlichkeit muss sie wollen, sie muss dafür arbeiten, sie muss die Verletzung und den Schmerz aushalten, sie muss die Probe bestehen, sie muss alles aushalten, um fähig zu sein, diese Kraft zu halten und dann wird diese Kraft zu – Liebe.

Die Leute nennen Eros Liebe. Aber es ist nicht Liebe.
Eros transformiert, aber nur zeitweise. Diese Kraft ist die große Sehnsucht, die wir haben, diese Kraft ist die Energie und das Bewusstsein, die sich ausstrecken nach Vereinigung. Das ist ein Geschenk, das jeder erhält, ohne etwas dafür zu tun. In jedem ist ein tiefes Verlangen, eine andere Seele zu erforschen.

Nochmals: wir sind manchmal traurig, depressiv, dann kommt Eros, entzündet unser Holz und dann brennt ein Feuer.
Warum vergeht Eros in der Beziehung, aber nicht bei anderen Dingen, z. B. bei der Liebe zu Bäumen, zur Natur?
Die Frage ist, wie kann man Eros in der Beziehung erhalten, denn die meisten Beziehungen bestehen aus Freundschaft und Sex (wenn überhaupt). Eros jedoch ist nicht da.
Eros braucht eure Energie. Damit Eros über den Liebenden bleibt, müssen die Liebenden diese phantastische Energie zulassen. Wenn unten (bei den Liebenden) die Energie stirbt, fliegt der Engel (Eros) an einen anderen Ort (da es eine Gegenseitigkeit gibt bei den Menschen und den Engeln). Und das passiert bei einer Menge von Beziehungen, weil die Leute nicht arbeiten, weil sie sich nicht konfrontieren, weil sie zutiefst unehrlich sind sich selbst gegenüber und so korrumpieren sie nach und nach die Beziehung. Nach und nach bauen sie Mauern um ihren „Stoff“, um ihre Geheimnisse und es gibt keine freie Kommunikation mehr, anders als am Anfang, als sie sagten, „ich bin dein, ich geb dir alles …“
Und dann brennt die Flamme langsam nieder und die Beziehung wird eine Probe, eine Prüfung für ihren Weg und oft sagt dann einer oder auch beide: „es geht nicht“.
Was geschieht mit Eros?

Wenn Eros nicht zum nächsten Schritt führt, d. h. die Beziehung gründen, an ihr arbeiten, verantwortlich sein, dann zerstreut er sich, dann geht die Flamme nieder und wir wiederholen in dieser Beziehung unsere Elternbeziehung. Wir tun so, als ob das die Realität wäre, was wir aus der Vergangenheit in diese jetzige Beziehung übertragen. Wir übertragen alle Gefühle aus der Vergangenheit (die der Mann gegenüber der Mutter, die Frau gegenüber dem Vater hatte/ hat) auf unsere Partner, die nichts damit zu tun haben, aber auch wirklich gar nichts.
Auf diese Weise erzeugen wir riesige Konflikte und gegensätzliche Kräfte, die das Leben miserabel machen und die immer darauf abzielen, dass wir damit arbeiten, dass wir sie transformieren. Deshalb ist der Konflikt Werkzeug unserer Evolution.
Zwei Leute mit ihren unterschiedlichen Themen können Lehrer füreinander sein, oder sie können Feinde gegeneinander sein. Behaltet das im Auge, wenn ihr Probleme kriegt, wenn, sagen wir mal, eine Frau einen guten, einen süßen Mann hat, der nicht aggressiv ist, der sich nicht ärgert, u.s.w. Die Frau, die den Betrug ihres Vaters in sich trägt und dies so für sich verarbeitet, dass sie aktiv ist, nach außen geht, arbeitet, macht, macht, diese Frau fühlt, etwas fehlt hier. Sie fühlt, dieser Mann ist schwach. Ihre wirklichen Gefühle jedoch, nach denen sie sich sehnt, kann sie nicht aushalten. Was sie wirklich will und braucht, ist, lebendig und weich zu werden. Denn sie erlaubt ihrer eigenen Energie nicht, zu fließen. Daher benötigt sie die (negative) Erregung, die diese Situation verschafft.
Und beim Mann ist es genauso. Er sucht sich eine Frau, die sehr aktiv ist und konfrontierend und die eine zweite Mutter wird. Und dann kapituliert er vor dieser Frau. Er hat das Gefühl, dass sie für ihn sorgt. Das ist Quatsch. In Wirklichkeit schneidet sie ihm die Hoden ab.

Zur Verdeutlichung der Situation bei der Frau: der Vater und das Mädchen haben eine tiefe, enge Beziehung. Das Mädchen öffnet sich vollständig und seine Herzensgefühle sind auf den Vater gerichtet, der diese Gefühle erwidert. Dann, wenn sie älter wird, wendet sich der Vater von ihr ab, er verlässt sie (nicht offensichtlich im Außen, aber innen hält er diese ganz offene und innige Beziehung nicht aufrecht, weil er Angst bekommt vor ihrer erwachenden Weiblichkeit und Sexualität und seinen Reaktionen darauf. Er kann damit nicht auf natürliche Weise umgehen und deshalb wendet er sich von ihr ab). Sie ist verletzt, und zwar tödlich verletzt. Das ist eine ernste Sache, keine Kleinigkeit und wisst ihr, warum? Die Verletzung ist so tödlich, weil das Mädchen so offen war, so sehr offen und zart, wie eine Blume, und genauso, wie eine Blume sich zusammenzieht, wenn sie verletzt wird, zieht sich das Herz des Mädchens zusammen. So ist sie verschlossen.
Und wenn später ein Mann kommt, der sie liebt und ihr zärtliche Dinge sagt und ihr nahe sein will, registriert sie innerlich: „das kenn ich schon, ich weiß, was passiert, wenn ich mich öffne. Dann werde ich wieder so sehr verletzt“. Also bleibt sie verschlossen und wehrt ihre verletzte und sehnsüchtige Seite ab durch Aktivität, durch arbeiten, tun, erfolgreich sein. Und hofft auf einen Ritter Lanzelot, der sie befreit aus ihrem Gefängnis. Aber das Gefängnis ist nicht außerhalb, es ist nur in ihr selbst zu finden. (Die Geschichte dieser Frau ist nicht die Geschichte aller Frauen, aber sie ist eine typische Geschichte, die sich so oder so ähnlich oft ereignet. Die geschilderte Überlebensstrategie der Frau nennen wir die rigide Abwehr oder die rigide Charakterstruktur).

Nach einer Untersuchung in den USA: Frauen mit Brustkrebs hatten eine sehr enge Beziehung zum Vater. Dann verließ er sie. Das war ein ungeheurer Schock. Später wiederholt sie diese Situation auf ähnliche Weise: der Ehemann verlässt sie. Sie ist nicht in der Lage, damit umzugehen (ihren tiefen Schmerz und ihren Protest dagegen auszudrücken, d.h. wütend zu sein). Sie nimmt es nach Innen, ist paralysiert und eventuell folgt eine totale Resignation. Reich nannte Krebs einen Ausdruck von „biopathic contraction“ und totaler Resignation. Er betrifft nicht nur das eine oder andere befallene Organ, sondern ist ein organismischer Prozess.

So, ihr seht, jede/r von uns hat seine Lektion. Ihr solltet ein wenig nett zu euch selbst sein und euch nicht selbst verurteilen, kritisieren und schuldig fühlen. Ihr stellt einfach fest: „das ist meine Blaupause, meine Geschichte, meine Aufgabe in diesem Leben“.

Zurück zu den Übertragungssituationen:
Die Bilder, die jeder hat, sind nicht nur im Denken. Die Bilder haben Gefühle, sind im Körper. Sie betreffen alle Ebenen des Daseins, also auch den Energiekörper.
Diese Bilder sind unsere Aufgabe, die wir haben.
Z. B. das schreckliche Bild, das ein Mann von seiner Mutter hat und das er sofort auf seine Partnerin projiziert. Er sagt insgeheim: „ich trau dir nicht, ich bin besser vorsichtig“. Und er meint, wenn er ihr erzählt, wie er wirklich fühlt, verlässt sie ihn. Er glaubt, sie zu brauchen und so lächelt er und darunter sitzt der Teufel. Das lower- self (das Niedere Selbst - starke negative Gefühle wie Wut, Hass, Neid, …) ist nicht geklärt und nicht deklariert in der Beziehung. Es ist versteckt. Im sex. Bereich hat jeder seine Geheimnisse, seine versteckten Seiten, die nichts mit dem Partner zu tun haben.

Jedoch: was immer ihr auch tut, ihr könnt euer innerstes, göttliches Wesen nicht killen. Es ist da, die ganze Zeit. Eure innere Flamme, das Core, seht, wie groß es ist, ein riesiger Raum. Das lower- self ist schmal, schließt das Core ein, wie die Wände einen Raum einschließen. Es kann das Core zudecken, aber nicht zerstören.
Ihr seid kosmische Wesen. Und ihr bringt den Split, die Trennung bereits mit euch bei eurer Geburt, klagt euch also nicht selbst an, sondern nutzt eure Probleme, eure Blaupausen, um euch weiterzuentwickeln.
Wenn ihr völlig verbunden wärt, dann wärt ihr nicht hier auf dieser Erde. Ihr wärt irgendwo anders. Die Erde ist die Sphäre der Dualität, ein Ort, um zu lernen.
Und wenn ihr an diesem Ort Eros fühlt, erweitert sich euer Bewusstsein, ihr transzendiert für einen Moment die Dualität und ihr seid jenseits der drei Dimensionen der Realität.

Es geht nicht darum, das Spiel von Ursache und Wirkung, das Spiel der Übertragung zu wiederholen. Der tiefere Zusammenhang unserer Arbeit hier ist, hinauszugelangen in diese – im höheren Sinne – Erweiterung des Bewusstseins. Es geht letztlich nicht um die therapeutische Ebene. Diese Arbeit dient dazu, die Seele zu befreien, so dass sie fließen kann durch die Schichten der Persönlichkeit ohne zu stocken. Images („der Mann, die Frau ist gefährlich“) hindern die Seele daran, die Ebenen zu durchdringen.

Jetzt zur Liebe:

Liebe ist die Pulsation und der Ausdruck von Gott.
Wir sind an diesem Ort, wir sind Gott.
Nichts kann geschaffen werden mit Energie und Bewusstsein, ohne eine große Sorgfalt und Kreativität, und selbst das Chaos, das in der Schöpfung ist, hat seine Bedeutung. Denn das Chaos muss vom Licht beleuchtet werden und dann bildet es die Form und gehorcht den Gesetzen des Universums. Einstein sagt: Gott würfelt nicht.
Wenn wir jemanden lieben und ein Kind zeugen, zeugen wir es durch die Fusion der zwei Energieströme.
Sie liebt dich, du liebst sie und das erschafft, macht die Schöpfung. Es ist nicht so sehr eine mechanische, organische Angelegenheit. Diese ist gelenkt, geleitet durch die Seelen, durch den Liebesstrom der Wesen. Ihr könnt die Verbindung der Chromosomen verändern mit dieser Energie.
Liebe ist ein tiefes Gefühl, das permanent ist und du musst mit deinem Willen ständig die Energie erschaffen für die Liebe (Wille meint hier nicht den Willen des Ego, sondern den Willen des Herzens. Wir verfügen über zwei Arten von Willen: der Ego- Wille ist der aktive äußere Wille, er entspringt dem Zentrum unseres Rückens, zwischen den Schulterblättern und initiiert selbstbehauptendes und aggressives Verhalten. Der Wille des Herzens ist der innere, rezeptive Wille, er befindet sich im Zentrum der Brust und hat zu tun mit Intuition und Hingabe. Er wird durch Gebet, Meditation und Träume aktiviert).
Der Wille ist deine Spiritualität, deine Seele. Die Seele sagt: „ich liebe meine Frau, egal, welche Probleme wir haben, ich liebe und ich schätze sie“. Und wenn du das tust, nimmst du die künstlichen Verbindungen weg. Wenn du es nicht tust, gehst du in die Rollen: „ich habe Angst vor dir, ich muss kontrollieren“, oder, „du kontrollierst, du tust mir dies und das an, …“. Dann fließt die Liebe nicht.
Die Liebe ist die größte Kraft im Universum. Unglücklicherweise können wir meistens dieses Gefühl der Liebe nicht fühlen, sondern betrachten die Welt mechanisch, weil dieses ganze Zeugs losgeht, die Persönlichkeit und die Übertragung.
Wir müssen arbeiten, um es zu erhalten. Oft decken wir es zu mit unsern Widerständen und dem ganzen Übertragungsstoff, der in die Gegenwart hineinkommt aus früheren Erfahrungen.

Die Tragödie der Menschen ist die Unfähigkeit, zu lieben und Vergnügen zu empfinden. Es ist eigentümlich, aber das – und nicht die Konflikte – ist die Tragödie. Genau das, wonach wir uns sehnen, das killen wir. Das hängt zusammen mit dem Inkarnationsprozess.
Unsere Charakterstrukturen sind nicht zufällig. Sie haben eine tiefe Bedeutung für die Erfüllung unserer evolutionären Aufgaben.
Wenn du als Knabe hierher auf diese Erde kommst und dich angezogen fühlst von einer Mutter, die – sagen wir – kommandierend ist, dich dauernd gängelt und verletzt und du bist passiv: eines Tages erhebst du dich und bringst den Mann in dir heraus und so erfüllst du dein Schicksal.
Und die Frau ist aktiv, lebt 30/40 Jahre den Mann in sich, hat keine Kinder. Irgendwann fragt sie sich, was ist mit meinem Leben geschehen. Sie muss ihre Femininität, die Frau in sich finden.
Selbst wenn ihr auf die Erde kommt und habt die perfekten Eltern, sie sorgen vollendet für euch, nichts fehlt euch, das heißt nicht, dass ihr keine Probleme haben werdet.
Wilhelm Reich, auch Freud und Lowen sagten: wenn alle Kinder gestillt wären, gäbe es keine Kriege, keine Gewalt, das würde die Welt verändern.
Das ist Unsinn. Sie glauben nicht an Spiritualität, an den Inkarnationsprozess. Wir haben immer Probleme, auch wenn wir die idealen Eltern haben.

Zurück zur Liebe: da gibt es die Missdeutung, dass Liebe zu einem kommt als Geschenk. Liebe ist ein Gefühl, eine tiefe Erfahrung, die jeder anders fühlt, je nach dem, wie offen die Persönlichkeit ist. Liebe ist ein Gefühl, das dem Willen folgt.
Eros ist eine Welle, die euch mitnimmt.
Um Liebe erfahren zu können, müsst ihr genügend entwickelt sein, denn ihr seid im Widerstand, seid verschlossen. Liebe braucht den Willen des Herzens, den Willen, in der Liebe zu bleiben, egal, was ist, selbst wenn du verletzt wirst. Liebe ist ein Gefühl, das dem Willen des Herzens folgt, der verbunden ist mit dem Willen des Ego. Es braucht Reife, Vorbereitung, die Arbeit der Person, ihre Funktionen zu integrieren.
Jemand, der nicht integriert ist und zu dem Eros kommt als Geschenk, brennt auf für eine Weile und dann verlöscht er.
Liebe ist ein langsames, tiefes Feuer, ist die Flamme der Seele, die für dich ist und für deinen Geliebten. Sie bleibt da, egal wie viele Kämpfe du hast.
Es ist ein Unterschied zwischen Liebe und Eros. Du kannst nicht jemanden lieben, bevor du dich selbst liebst. Liebe dich selbst, sei zärtlich zu dir selbst und zu deinem Körper.
Wenn du dich selbst nicht liebst, liebst du auch deinen Partner nicht, sondern du bist abhängig von ihm. Das ist nicht Liebe. Deshalb ganz wichtig: entwickle dich und nimm Verantwortung. Dein Körper muss fließen, du musst Gefühle ausdrücken.
Diese Selbstliebe ist nicht Narzissmus.
Sie bedeutet: ich bin, ich bin verbunden, sie bedeutet: Wahrheit, ich möchte den großen Akt des Lebens erfahren, der eine Vereinigung ist von mir und einer anderen Person. Und indem ihr dies auf eine tiefe Weise tut, diese Vereinigung, tut ihr es für viele Menschen in dieser Welt.
Wenn ihr in einer Liebesverbindung mit einer anderen Person seid, habt ihr großen Einfluss auf diese Person, auch auf Distanz. Diese Energie ist eine Kombination eurer Gefühle und eures Denkens. Sie ist sehr stark. Leuten eure Energie zu schicken kann ihnen helfen.

Qualitäten dieser Liebesenergie:
1. riesige Kraft
2. Wissen (wenn du wirklich liebst, bist du intelligent)
3. tiefe Erfahrungen, die dich bereichern, Vergnügen.

Wenn ihr Probleme habt und ihr geht wirklich in Gefühle der Liebe, sind die Probleme sofort gelöst. Ihr müsst euch mit eurem Core verbinden, auch wenn Leute euch Schmerz verursacht haben.
Das Beste ist, ihr setzt euch nieder und sagt: „wir hatten einen anderen Vertrag. Jetzt will ich den Vertrag ändern. Ich liebe dich tief in meinem Herzen und ich schätze dich. Ich war abhängig, ich will es nicht mehr sein“.
Solange ihr angreift und beschuldigt, macht ihr nichts anderes, als eure Kindheitssituation zu wiederholen. Und so verschwendet ihr nur Energie.
Jede Sache, die aus der Übertragung kommt, ist fehlgeleiteter Ausdruck der Gefühle, das seid nicht wirklich ihr, jetzt in der Gegenwart.
Die Liebe ist die am meisten bewegende Kraft im Universum, aber wir können nicht dahin gehen, solange wir uns nicht vollständig zeigen, solange wir nicht unsere Verteidigung fallenlassen.
Wenn du dich liebst, sagst du: „ich bin gut, hier bin ich und zwar ganz“.
Wenn ihr liebt, revoltiert ihr nicht.
Wenn ihr liebt, setzt ihr nicht Vater oder Mutter anstelle von Mann und Frau.
Ihr fühlt euer Herz.
Die Liebe ist die einzige Wahrheit im Universum und bedeutet: Schöpfung, keine Hindernisse, schmelzen der Hindernisse.
Liebe bedeutet: eure eigene Identität finden, wahrhaftig, wer ihr seid.
Ohne Liebe ist Dürre, ist Leiden, Elend. Dann ist die beste Hoffnung, eine Menge Geld zu machen. Du glaubst, das macht dich glücklich. Bullshit.

Konfrontiere dich mit dir selbst und stelle dir ein paar Fragen (denk nicht nur mit dem Kopf darüber nach; atme tief und ruhig, schließe die Augen und fühle mit dem Herzen):

− Hasse ich mich selbst?
− Wie hasse ich die Anderen? (wenn ich vorgebe, dass ich mich selbst nicht hasse, dann hasse ich die Anderen)
− Bin ich ehrlich und konfrontiere ich mein lower- self, meine Maske?
− Bin ich freundlich und zärtlich zu meinem Körper, dem Tempel meiner Seele?
− Liebe ich meinen Körper?
− Liebe ich diese Inkarnation?

Um uns der Liebe öffnen zu können, müssen wir durch gewisse Erfahrungen gehen, müssen wir gewisse Schritte tun. Der erste Schritt ist, zu fragen: „Liebe ich mich? Bin ich gut zu mir, bin ich geduldig, verständnisvoll? Bin ich bereit, zu geben, ohne zu fordern? Habe ich den Mut, meine Liebe zu bewahren, wenn ich verletzt werde? Fürchte ich mich, mich für die Liebe zu öffnen?“ Und vor allem: „bin ich, aus meinem Herzen heraus, gewillt, zu vergeben? Anderen zu vergeben für ihre Übertragungen?“ Ohne Vergebung gibt es keine Liebe.

Die Sexualität:

Die eine große Kraft, die alles enthält, ist auf der Erde unterteilt in die Kräfte Liebe, Eros und Sexualität. Wir nehmen die Kräfte unterschiedlich wahr.
Die grundlegendste Form des Ausdrucks der Energie ist die Sexualität, die wiederum in ihrer einfachsten Form die Zellteilung ist. Je bewusster und komplexer eine Lebensform ist, desto differenzierter wird auch die Sexualität. Der Mensch hat das meiste Bewusstsein auf der Erde. Bäume und alle anderen einfachen Organismen auf der Erde sind im Zustand des Seins. Die Menschen sind im Zustand des Seins und des Werdens. Wir entwickeln uns und unser Bewusstsein wächst. Unsere Sexualität ist höher entwickelt und daher mehr verbunden mit den großen Kräften als z. B. die Sexualität eines Schimpansen, die eine rein körperliche Funktion ist.
Die Sexualität ist die Kraft der Vereinigung schlechthin. Nur sehr selten gibt es einen wirklichen Energieaustausch zwischen Frau und Mann. In der Sexualität ist ein solcher Austausch möglich. Die Energie einer Person fließt in die Energie einer anderen Person.
Zusammen bilden die zwei ineinander fließenden Energiekreise eine liegende Acht: Unendlichkeit! Aber dafür braucht es wirklich zwei volle Kreise und oft ist ein Kreis, oder sind beide Kreise nicht komplett.
Sexualität ist eine sehr einzigartige und kraftvolle Funktion und tatsächlich sehr bedeutsam für die Evolution der Menschheit.
Wenn eure Sexualität verbunden ist, d. h., wenn euer Herz offen ist und fließt, wenn die Energie in euren Geliebten fließt, fließt tatsächlich Liebe durch die Sexualität und da ist Wahrheit, eure eigene ganze Wahrheit und da ist der Geist, der hin und her fließt zwischen zwei Menschen und dann erfüllt sie (die Sex.) eine universelle Aufgabe, etwas, das der evolutionäre Aspekt davon ist, warum wir hier sind. Es übersteigt die persönliche Befriedigung.

Unsere Kultur hat eine gestörte Einstellung zur Sexualität und der Preis dafür ist sehr hoch, denn die Beziehung wird zur Hölle.
Der Mann meint, er muss der Frau Vergnügen bereiten, ihr den Orgasmus verschaffen und die Frau ist nicht offen, zu empfangen. Dann verliert der Mann seine Gefühle, oder beide verlieren ihre Gefühle.
Und eine Sache, die sehr stört, ist, wenn die Frau beginnt, in der Beziehung zu kontrollieren und der Mann kann es nicht klären. Er bleibt da stehen und zieht es sich rein, bis er seine Gefühle abschneidet und dann sagt er, dass er seine Gefühle verloren hat. Aber in Wirklichkeit hat er sie nicht verloren. Er kann z. B. fernsehen, irgendwelche anregenden Bilder und schon ist er in seinen Gefühlen. Sie kommen direkt heraus, wenn er nicht bedroht ist.

Wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen und nicht arbeiten an ihren lower-selfs und an ihren Übertragungen (die Mutter steht hinter dem Mann und sagt ihm, was zu tun ist und er projiziert das auf seine Frau; bei der Frau ist es entsprechend der Vater), dann wird die Beziehung zur Hölle.
Die Sexualität ist gespalten, da die einzelne Person bereits gespalten ist, körperlich gespalten (enger Bauch unterbricht den Energiefluss, es ist unmöglich, dass die Herzensenergie in die Genitalien hinunterfließt). Nach Untersuchungen in den USA sind 50 – 60 % der Menschen beim Sex innerlich nicht mit ihren Partnern, sondern in Bildern, z. B. von ihren Eltern, oder pornografische Bilder, oder sonst welche, um zu ihren Gefühlen zu kommen. Wir alle tun das. Wegen dem Split. (Die Eltern sagen zum Kind: tu das nicht!). Die ganze Kultur ist antisexuell. Die Kraft und die Wichtigkeit der Sexualität ist nicht akzeptiert als ein Lebensausdruck. Und dann führen wir den Split in unserem persönlichen Leben fort.

Die Ehe ist das schwierigste Unternehmen überhaupt. Um in der Ehe glücklich zu sein, müsst ihr auf allen Ebenen verbunden sein. Wenn ihr auf irgendeiner Ebene Probleme habt, habt ihr ein Hindernis.
Der westliche Zugang zur Sexualität ist die Frage, wie komm ich zum Orgasmus. Die östlichen Menschen sind nicht so darauf aus, einen Orgasmus zu haben. Sie spielen viel, berühren sich viel und haben einen anderen Weg, um sich einander anzunähern, als der westliche Mensch.
Der westliche Mann ist gewöhnlich tief frustriert von seiner Mutter. Dann heiratet er eine Frau. Die Frau kontrolliert, wird zur Mutter. Er hält alle Gefühle zurück und sagt schließlich: „jetzt krieg ich dich klein, jetzt krieg ich`s.“ Die Frauen ihrerseits haben oft das Gefühl: „du musst es für mich machen, du bist dafür verantwortlich. Gib du mir die Gefühle, ich will keine Verantwortung dafür.“
Diese Art der sexuellen Erfahrung ist nicht das, was Leute wirklich haben könnten, das ist nur Übertragung von Elternthemen auf den Partner.

Eine Übung für Partner: über Phantasien reden und den Phantasien erlauben, in die sexuelle Handlung zu kommen. Kommt raus mit euren eigenen Phantasien, tut es bewusst, im Wissen darüber, was ihr tut.

Die sexuelle Energie ist ein Ausdruck von totalem Bewusstsein/ Energie, das nach Vereinigung strebt.
Die sexuelle Kraft ist ein Magnet, zieht unwiderstehlich und existiert in allem, was existiert. Beim Menschen ist das Einzigartige, dass diese Kraft die Begrenzungen von Zeit, Raum und Trennung aufhebt. Diese Begrenzungen sind dauernd in den Köpfen von Mann und Frau. Totaler Orgasmus ist was anderes, als teilweise Entladungen. Sehr wenige Menschen sind fähig, einen totalen Orgasmus zu haben. Die Frau z. B. sagt sich: „wenn ich mich hingebe, verlässt er mich.“ Das macht totalen Orgasmus unmöglich. Totaler Orgasmus betrifft Körper, Geist und Seele.
Mein Gefühl sagt aber: entladet eure Sexualität in jeder euch möglichen Weise (masturbiert, habt sexuelle Phantasien, wenn es so ist, …) Das Schlimmste ist, die sexuellen Gefühle zu blockieren.

Die sexuelle Erfahrung ist eine Erfahrung der gesamten Persönlichkeit, da sie Energie und Bewusstsein auf allen Ebenen des Daseins beinhaltet. Sie ist nicht nur das: sich öffnen, Gefühle haben, entladen …

Die Ebenen:
1. körperliche Ebene: da ist das Verlangen, die andere Person zu kennen, kennen zu lernen, mit dieser Person in Verbindung zu sein, körperlich, mit Herz, Bauch, Vagina, Penis, …
Die Vagina der Frau öffnet sich wie eine Blume. Das Gefühl dazu ist: „ich möchte dich kennen, erkennen, deinen Körper.“ Das Erstaunliche ist, wir haben zwei Herzen: a.) Herz,
b.) Penis/ Vagina.
Es gibt keine andere Möglichkeit, sich körperlich tiefer mit einem anderen Menschen zu verbinden, als mit Penis und Vagina. Das ist sehr schön, bis der Kopf dazu kommt und es schmutzig macht.
Tatsächlich ist die sexuelle Erfahrung auch die Verbindung von zwei Herzen im Becken und da gibt es eine elektrisierende Wonne, eure Flamme vibriert und da sind wunderschöne Gefühle, die eure Persönlichkeit erhöhen, die euch leicht machen.
Wenn das jedoch nur körperlich ist, dann ist es begrenzt. Dann fehlt die andere Bedeutung, die es hat, wenn ihr in tiefer Beziehung seid. Nach einer Weile ist es dann enttäuschend und Leute, die viele solche Beziehungen haben, sagen schließlich: „was zur Hölle mache ich hier?“ Sie sind angeekelt und haben das Gefühl, ihre Zeit zu verschwenden.
Wenn Leute sich angezogen fühlen vom Bild (hier; äußeres Erscheinungsbild) des Gegenüber, dann ist das eine Illusion. Sie suchen tatsächlich jemand anderen, nicht die Person da gegenüber.

Das Problem ist: als kleines Kind seid ihr ausschließlich rezeptiv, empfangend, ihr wollt haben. Wenn ihr erwachsen seid, gibt es eine Gegenseitigkeit in der Beziehung. Wenn nun Leute unreif sind, werden sie auch als Erwachsene wie Kinder (vor allem in der Intimbeziehung). Sie fordern, sie wollen.
An einzelnen Charakterstrukturen verdeutlicht:
Da ein Mensch mit hauptsächlich oraler Struktur zu wenig Energie hat, will er die Energie kriegen. So wird die Vagina zum Mund, der Energie erhalten will und der Penis wird etwas, womit der Mann Leben fühlen will, weil das Leben nicht fließt in ihm.
Bei Menschen mit vielen masochistischen Anteilen ist zu viel Energie vorhanden. Den Versuch, ihn zu energetisieren, empfindet er als eine Invasion.
Oder der psychopathische Charakter: der Mann sagt: „ich hab dich unter mir, Frau. Du bist mein Spiel, ich geb`s dir jetzt, es schert mich einen Dreck, was aus dir wird.“
Das ist der Don Giovanni- Typ: viele Frauen, Sex ist ein Machtmittel. Und immer wenn Sex ein Machtmittel ist, ist eine starke Verzerrung des Energieflusses vorhanden („upper- displacement“: Energie ist im Körper von unten nach oben verschoben) und dann geht es nicht um sich- öffnen und um lieben.

So. Wirkliche Gegenseitigkeit bewirkt eine rhythmische Bewegung zwischen den beiden. Diese Bewegung ist zuerst willkürlich, wird dann unwillkürlich und daraus folgt schließlich der Orgasmus.
Wenn eine Person neurotisch ist und auf irgendeine Art die Forderungen des kleinen Kindes in sich hat, gibt es keine Vereinigung, gibt es Frustration, die Bewegungen gehen auseinander (movement splits), es gibt teilweise Entladungen.

2. Die Gefühlsebene: Wenn du wirklich liebst, willst du dich vereinigen, dich verbinden. Der Beweis dafür, wie sehr du liebst, ist, wie sehr du dich sorgst um die Wirklichkeit deines Partners und zwar egal, ob ihr gerade zusammen seid oder nicht. Das ist keine Angelegenheit nur für den Abend, wenn ihr müde nach hause kommt.
Während des ganzen Tages solltet ihr eure Liebe, eure Gedanken und Gefühle schicken und die andere Person berühren und mit ihr in Verbindung sein.
Das ist wie ein Regenbogen. Die geliebte Person ist an einem Ende, ihr seid am anderen. Der Regenbogen hat viele Energien und fließt hin und her und ihr solltet so etwas denken, wie, dass ihr den Regenbogen berührt und Energie zu eurer/m Geliebten schickt.
Das ist der Gefühlsteil. Wenn er da ist, öffnet er das Becken. Wenn er fehlt, ist die Sache mental. Dann stellst du dir Erregung vor, erregende Bilder, direkt vom Kopf ins Becken, ohne Gefühl. Der Gefühlsteil ist, den ganzen Körper zu verbinden. Ein Körper ist der andere.
Es sollte eine Gefühlsvereinigung sein. Auf diese Weise stärkt ihr eure sexuellen Gefühle.

Das erste in der Beziehung ist, dass wir Freunde sein müssen. Das bedeutet, ich vertrau dir, ich fühle dich in meinem Herzen. Und die Sexualität ist ein Teil davon. Bei Übertragung spaltest du das. Dann gilt zuerst: Sex; dann ist der Zweck: Sex.

Die Gefühlsverbindung ist sehr wichtig. Guter Sex verlangt: dich selbst leer zu machen, wenn ihr zusammen seid, nicht zu denken, sich die Sache entwickeln lassen und Gedanken und Ideen rauswerfen; aus den Gefühlen heraus und mit Zärtlichkeit handeln, nicht mit Illusionen und Bildern kommen. Du musst die andere Person sie selbst sein lassen, absolut frei. Sie ist nicht dein Gefangener. Sie ist frei und du bist frei. Das ist sehr wichtig. Sonst drängelst du die andere Person (was ihre Mutter/ Vater mit ihr gemacht hat) und das wirkt sich sehr tief auf ihre Gefühle aus.
Etwas anderes ist, euren Partner liebevoll zu führen und ihm zu zeigen, was euch gefällt. Aber das ist weich und zart und kein Befehl.

Du musst visualisieren: deinen Partner zu lieben, zu halten und zu berühren.
Visualisiere und träume deinen Willen, zu lieben. Du musst Disziplin haben, um in der Liebe zu deinem Partner zu bleiben und gleichzeitig deine Rechte zu behaupten und nicht der anderen Person zu dienen. Wenn Leute lange zusammen leben, tendiert der eine dazu, dem anderen zu dienen. Schließlich hören die Gefühle auf und die Leute sagen: „etwas fehlt hier.“
Deshalb: kommt zu euren Rechten zurück.
Eure Rechte, das meint: das Recht auf eure eigenen Bewegungen und das Recht auf eure eigenen sexuellen Gefühle. Das Recht auf euer eigenes Herz, eure eigene Seele.
Wenn ihr dient, verliert ihr eure Liebe.
Alles ist gegenseitig, ist nicht nur eine Person. Das Patriarchat macht aus der Sexualität keine Gegenseitigkeit. Das Patriarchat macht ein „Ficken“ daraus.

3. Die geistige Ebene: die geistigen Ebenen beider Partner müssen auf gleichem Niveau sein, d. h. Kommunikation muss möglich sein. Es ist meist schwierig, wenn eine Person in dieser Hinsicht weiter entwickelt ist als die andere.

4. Die Willensebene: wenn ihr getrieben seid vom Ego- Willen, wollt ihr etwas kriegen oder etwas beweisen. Eure Sexualität bewegt sich von einem Ort zum Anderen. Ein Ort ist Schmerz, der andere ist Vergnügen. Ein Ort ist Aktivität, der andere ist Rezeptivität.
Wenn ihr im Ego- Willen seid, heißt es: ich, ich, ich.
Wenn ihr mit dem Willen des Herzens seid, ist es anders (und es ist sehr schwer, immer mit dem Willen des Herzens zu sein).
Die Sexualität ist nie gleich. Manchmal seid ihr rezeptiv und alles, was ihr wollt, sind die Gefühle, ihr schert euch nicht um den Orgasmus. Ein anderes Mal, wenn ihr aggressiv seid, wollt ihr die Bewegung. Niemand kann sagen, was ihr braucht. Ihr wisst, was ihr braucht und das ist immer unterschiedlich.
Wenn ihr wirklich euren Partner liebt, tut ihr das Richtige, ihr tauscht Energie aus und macht das Richtige. Es gibt keine Regeln, dass es so oder so sein müsste. Ihr seid in eurer Wahrheit, in eurem Herzen.

5. Die spirituelle Ebene: Ihr müsst auch ein wenig in einer kosmischen Dimension denken, in Zeiträumen des Erfüllens eurer evolutionären Aufgabe. Die Sexualität ist hier auf dieser Erde der Weg schlechthin, um uns zu vereinigen. Das Bewusstsein von zwei Wesen vereinigt sich. Wenn ihr euch total vereinigen könnt, ist es vielleicht eure letzte Inkarnation hier, denn ihr erfüllt eure Lebensaufgabe. Der Mann und die Frau in ihm vereinigen sich mit der Frau und dem Mann in ihr.

Was ist die beste Partnerschaft?

Liebe, Eros und Sexualität müssen anwesend sein.
Eine tiefe Liebe muss aus tiefen Schichten des Herzens kommen und sagen: „ja, ich habe den tiefen Willen, dich zu lieben, egal, was ist, und ich habe die Orientierung und weiß die Richtung.“
Die Sexualität muss Eros haben. Ein Weg, Eros zu bewahren: dich selbst offenbaren! Das ist sehr wichtig. Dich selbst zu offenbaren, das heißt: Selbstkonfrontation, wirklich Gefühle ausdrücken. Wenn ihr das tut, bleibt Eros stark. Andernfalls baut ihr eine Mauer und Eros geht. Wo dunkle Energie, versteckter Stoff ist, kann Eros nicht bleiben.
Beim Sex muss ein Sorgen da sein, eine Zärtlichkeit dem Partner gegenüber. Ihr seid nicht getrennt, es muss eine tiefe Verbindung da sein (ein Körper ist der andere).
Ein Element in der Partnerschaft ist, Abenteuer zu haben, angeregt zu sein und zu versuchen, seine Seele zu offenbaren und danach sich zu sehnen, die Seele des Anderen zu finden. Dieses Gefühl des Sehnens ist in Jedem, aber oft blockiert. Es braucht Reinigung, wie Blumen, die vom Unkraut befreit werden müssen.
Der Mann sollte die ganze Zeit die romantischen Gefühle anfachen. Er muss Disziplin haben und sollte fähig sein, sich hinzugeben, d. h. tief in seinem eigenen Wesen zu sein.
Die Frau sollte tief in ihrem eigenen Wesen sein, sie sollte die Verteidigungen fallen lassen, sollte sich ihren Gefühlen hingeben und Bauch, Vagina, Brüste öffnen und ihre Gefühle genießen können.

Liebe ist unbegrenzte Ausdehnung des Bewusstseins, und die Sexualität ist der ganze Ausdruck und die Manifestation der Liebe und die Spiritualität ist der ganze Ausdruck und die Manifestation der Liebe.

Um spirituell zu sein, müsst ihr tief liebend sein. Das ist sehr viel und dann ist es egal, ob ihr was von den anderen Welten da oben wisst oder nicht.
In der Core Energetik liegt der Nachdruck auf dem „Jetzt“.
Wir reden insofern über Spiritualität, als sie mit dieser Bewusstseinserweiterung durch die Liebe zu tun hat.

Die Ehe ist schwer, denn sie erfordert, dass wir uns offenbaren. Und oft gibt es Zeiten von Kampf oder gar Trennung, aber wenn Menschen wirklich lieben, bleiben sie zusammen, bleiben sie verbunden, egal, was passiert.